Projektmanagement vs. Hochzeitsfeier

29.09.2005 - Test

Hafenviertel an der Reeperbahn. Sollten Sie es jemals in Betracht ziehen, bitte ich Sie um folgenden Gefallen: „Fahren Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln“! Denn selbst ein Eingeborener kommt in diesem Konglomerat aus zusammengewachsenen Dörfern nicht zurecht, und ein fremdgeborener Besucher hat erstens keine Chance und zweitens stört er die verzweifelt die Straßenführung analysierenden Einheimischen.

 

Die Hamburger müssen bescheiden sein, denn der beste Weg zwischen A und B ist schon lange nicht mehr die kürzeste oder schnellste Strecke sondern schlicht diejenige, die in C endet (wobei C möglichst nahe bei B liegen sollte).

Zyniker sagen, dass anscheinend der Weg das Ziel sei – aber als hauptberuflicher Projektleiter ist mir klar, das eigentlich das Ziel im Weg ist – im Straßenverkehr sowieso. Deswegen setze ich seit einiger Zeit eine weitere Projektleiter-Technik sehr erfolgreich ein: „Erklären Sie jedes – auch unerwartete – Ergebnis zur eigentlichen Zielsetzung!“ Gerne nachträglich.

 

Wenn ich also meine Frau nach Hamburg auszuführen plane, dann reserviere ich keine Plätze im Kino oder im Restaurant und behaupte Ihr gegenüber, dass ich das Ziel nicht verraten vermag, da es sich um eine nie da gewesene Überraschung handele. Streng genommen ist das auch die absolute Wahrheit, da ich ja selber keine Ahnung habe, wo wir enden werden.

Wir fädeln uns dann am Hamburger Stadtrand in den Verkehr ein und folgen solang stumpf dem Verkehr bis wir 27 Einbahnstraßen, Kreisverkehren und Großbaustellen später in einem Gebiet enden, wo wir noch nie zuvor gewesen sind. Manchmal ist es nicht einmal mehr Hamburg. Sobald man nun eine Lokalität erspäht, die halbwegs einem Restaurant oder Kino gleicht, erklärt man mit dem Schrei „Da ist es ja schon, das war aber leicht zu finden!“ die Anfahrt für beendet.

 

Zugegeben, wer nicht zu improvisieren vermag und sich nicht auch aus haarigen Situationen herausreden kann, der sollte diese Technik nicht zu oft frequentieren.

Spätestens als ich mit meiner Frau in einem Kleinkunsttheater eine vierstündige pantomimische Darstellung eines Schweigegelübdes in Echtzeit beiwohnte und es im Anschluss in einem Vorort angeblich original buddhistischen Wildschweinbraten gab, musste auch ich meine komplette Palette an Überzeugungswerkzeugen benutzen. Erfolgreich – so erfolgreich sogar, dass meine Frau diesen Abend demnächst wiederholen möchte, was mich vor zwei Probleme stellen wird:

          Wie überlebe ich die Pantomime und den Fraß?

          Wie zum Teufel soll ich da ein zweites Mal hinfinden?

 

Aber zurück zum eigentlichen Problem – der Hamburger Verkehrsführung! Wenn es in diesem Wirrwarr aus planerischen und historisch gewachsenen Frechheiten zwei Lichtblicke gibt, dann sind es definitiv nicht die Stadtteile Altona oder Wandsbek.

Nun war ich aber just in einem Unternehmen angestellt, welches im südlichen Wandsbek angesiedelt ist.

Das ist von daher kein Problem, da ich seit vielen Jahren überzeugter (S-)Bahnpendler bin. Aus dem südlichen Hamburger Umland kann ich mit dem Wagen maximal gleichschnell sein, die Bahn ist günstiger und ich kann mein Schlafdefizit ausgleichen.

Andererseits laufe ich im Wagen selten Gefahr in unästhetischen Posen einzuschlafen und die Mitreisenden mit unsäglichen Schnarchgeräuschen zu amüsieren. Außerdem ist da immer
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29.09.2005 - Test

Hafenviertel an der Reeperbahn. Sollten Sie es jemals in Betracht ziehen, bitte ich Sie um folgenden Gefallen: „Fahren Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln“! Denn selbst ein Eingeborener kommt in diesem Konglomerat aus zusammengewachsenen Dörfern nicht zurecht, und ein fremdgeborener Besucher hat erstens keine Chance und zweitens stört er die verzweifelt die Straßenführung analysierenden Einheimischen.

 

Die Hamburger müssen bescheiden sein, denn der beste Weg zwischen A und B ist schon lange nicht mehr die kürzeste oder schnellste Strecke sondern schlicht diejenige, die in C endet (wobei C möglichst nahe bei B liegen sollte).

Zyniker sagen, dass anscheinend der Weg das Ziel sei – aber als hauptberuflicher Projektleiter ist mir klar, das eigentlich das Ziel im Weg ist – im Straßenverkehr sowieso. Deswegen setze ich seit einiger Zeit eine weitere Projektleiter-Technik sehr erfolgreich ein: „Erklären Sie jedes – auch unerwartete – Ergebnis zur eigentlichen Zielsetzung!“ Gerne nachträglich.

 

Wenn ich also meine Frau nach Hamburg auszuführen plane, dann reserviere ich keine Plätze im Kino oder im Restaurant und behaupte Ihr gegenüber, dass ich das Ziel nicht verraten vermag, da es sich um eine nie da gewesene Überraschung handele. Streng genommen ist das auch die absolute Wahrheit, da ich ja selber keine Ahnung habe, wo wir enden werden.

Wir fädeln uns dann am Hamburger Stadtrand in den Verkehr ein und folgen solang stumpf dem Verkehr bis wir 27 Einbahnstraßen, Kreisverkehren und Großbaustellen später in einem Gebiet enden, wo wir noch nie zuvor gewesen sind. Manchmal ist es nicht einmal mehr Hamburg. Sobald man nun eine Lokalität erspäht, die halbwegs einem Restaurant oder Kino gleicht, erklärt man mit dem Schrei „Da ist es ja schon, das war aber leicht zu finden!“ die Anfahrt für beendet.

 

Zugegeben, wer nicht zu improvisieren vermag und sich nicht auch aus haarigen Situationen herausreden kann, der sollte diese Technik nicht zu oft frequentieren.

Spätestens als ich mit meiner Frau in einem Kleinkunsttheater eine vierstündige pantomimische Darstellung eines Schweigegelübdes in Echtzeit beiwohnte und es im Anschluss in einem Vorort angeblich original buddhistischen Wildschweinbraten gab, musste auch ich meine komplette Palette an Überzeugungswerkzeugen benutzen. Erfolgreich – so erfolgreich sogar, dass meine Frau diesen Abend demnächst wiederholen möchte, was mich vor zwei Probleme stellen wird:

          Wie überlebe ich die Pantomime und den Fraß?

          Wie zum Teufel soll ich da ein zweites Mal hinfinden?

 

Aber zurück zum eigentlichen Problem – der Hamburger Verkehrsführung! Wenn es in diesem Wirrwarr aus planerischen und historisch gewachsenen Frechheiten zwei Lichtblicke gibt, dann sind es definitiv nicht die Stadtteile Altona oder Wandsbek.

Nun war ich aber just in einem Unternehmen angestellt, welches im südlichen Wandsbek angesiedelt ist.

Das ist von daher kein Problem, da ich seit vielen Jahren überzeugter (S-)Bahnpendler bin. Aus dem südlichen Hamburger Umland kann ich mit dem Wagen maximal gleichschnell sein, die Bahn ist günstiger und ich kann mein Schlafdefizit ausgleichen.

Andererseits laufe ich im Wagen selten Gefahr in unästhetischen Posen einzuschlafen und die Mitreisenden mit unsäglichen Schnarchgeräuschen zu amüsieren. Außerdem ist da immer
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Die Erlebnisse und Ereignisse rund um die Planung einer Überraschungsfeier zum 7. Hochzeitstag.

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